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Karate & Jiu-Jitsu
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Was ist Kobudo?
Geschichte
die Waffen
  
 
Kobudo


Was ist Kobudo?

Übersetzt bedeutet Kobudo etwa "alte Kampfkunst". Es ist eine Art des Kampfes mit den verschiedensten Bauern-, Fischer- und Handwerkerwerkzeugen, wie sie die einfache Bevölkerung benutzte. Die Ursprünge des Kobudo liegen auf den Ryu-Inseln (Japan), von denen Okinawa die größte ist.

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Geschichte

Erstmalig wurden Kobudowaffen im Jahr 1243 in einem Kriegsberichtsbuch erwähnt. Zur Zeit der japanischen Besatzung hatten die Bewohner der Ryu Kyu (Ryu-Inseln) hohe Steuern zu zahlen und es war ihnen verboten Waffen zu tragen. Dies war der Beginn des KOBUJUTSU (Kobudo), da Gegenstände und Werkzeuge des täglichen Gebrauches nicht den Charakter von Waffen hatten und somit das Tragen eben dieser erlaubt war.
In weiterer Folge wurde die Kunst des Kobudo vom Adel verboten und ihre Techniken geheim gehalten; niemals wurde auch nur ein einziges Werk zu diesen Themen schriftlich verfasst. Die Technik der zahlreichen Bujin wurde den Nachkommen in Form von direkter Unterweisung oder mündlicher Überlieferung vermittelt Nachdem Okinawa offiziell zu einer Präfektur Japans erklärt worden war, führten neue Gesetze dazu, dass die Geheimhaltung dieser Disziplinen e in Ende fand. In der Zeit von 1868-1912 wurde Kobudo als Teil des Unterricht an den Schulen aufgenommen.
Von da an wurde Kobudo öffentlich vorgeführt und während dieser Zeit (1926-1989) verbreitete es sich über die Welt.

Das heutige Kobudo ist eher Sekundärsportart: Viele Kampfsportler betreiben Kobudo, um für ihre primäre Sportart (Jiu Jitsu, Aikido usw.) ein besseres Verständnis zu erlangen. Im Kobudo gibt es bis heute keinen Freikampf oder sportlichen Wettkampf, daher gilt es noch immer als traditionelle und unverfälsche Kampfkunst. Das Training besteht vorwiegend aus dem Erlernen der Grundtechniken mit verschiedenen Waffen (zB Bo, Sai, Tonfa,...) sowie aus dem Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner der so genannten Kata.

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Waffen im Kobudo

Im Kobudo gibt es eine verhältnismäßig große Anzahl an "Waffen". Jedoch werden überwiegend nur die "Hauptwaffen" im Training verwendet:

Hauptwaffen:
- Bo (ca. 1,82 m langer Stab)
- Nunchaku (zwei mit einer Schnur verbundene Stöcke, kurzer Dreschflegel)
- Sai (dolchähnlicher Dreizack)
- Tonfa (ähnlich dem Polizeischlagstock, Griff eines Mühlsteins)
- Kama (Sichel)

weitere Waffen:
- Eiku, Kai oder Sunakake-bo (Fischerpaddel)
- Hanbo, Marubo, Takebo, ... (verschiedene Formate des Bo)
- Sansetsukon (dreiteiliger Dreschflegel)
- Nuntebo (Bo mit Saispitze)
- Tinbei (Schild aus Schildkrötenpanzer mit Machete)
- Suruchin (zwei Gewichte mit einer Schnur dazwischen)
- Tekko (Schlagring)
- Tecchu (Schlageisen)
- Rokushakukama (ein Kama befestigt auf einem Rokushakubo, Sense)
- Manjisai (Variante des Sai)
- Kue (Gartenharke)
- Tuja (Dreizack)


Die wichtigsten Vertreter des Kobudo seien hier nocheinmal etwas genauer erklärt:

Bo
Der Bo ist auf jeden Fall die Hauptwaffe des Kobudo. Auf der Ursprunsginsel Okinawa wird der Stock "KON" genannt.
Ein Bo ist ein Langstock welcher aus dem stabilen und biegsamen Holz der roten oder weißen Eiche, der Japanischen Mispel, der Betelnusspalme und der Kuba, welche in den subtropischen Gebieten Okinawas wachsen, hergestellt wird. Die Bo-Kampfkunst nennt man "Konpo", und verweist damit die Größe des Studiums im Gegensatz zu der als Bojutsu bezeichneten einfachen Techniken.
Ursprünglich war die Kampfkunst mit dem Bo nur Offizieren und oberen Würdenträgern vorbehalten. Später jedoch verwendeten auch immer mehr Bauern und Fischer diesen Gebrauchsgegenstand als Selbstverteidigungswaffe gegen die Besatzungsmächte.


1 - Kontei (chi): 2,5 cm Durchmesser
2 - Chukon bu (jin): 3 cm Durchmesser
3 - Kontei (ten): 2,5 cm Ducrchmesser


Das Nunchaku
Die Wiege des Nunchaku liegt in China (Bingqi). Dort verwendete man bereits früh mehrere Waffenformen, die aus mehreren Holzteilen bestanden und mittels einer Kette miteinander verbunden waren. Es steht fest, dass diese chinesischen Waffenformen mit dem auf Okinawa bekannten Nunchaku verwandt sind.
Das Wort "Nunchaku" bedeutet in der wörtlichen Übersetzung "Zwei gleiche Holzteile". Historisch gesehen hatten diese und ähnliche Geräte in ganz Südostasien eine große und vielfältige Verwendung. Doch erst auf Okinawa wurde das Nunchaku, das wir heute kennen, wirklich zur Waffe entwickelt. Gleichzeitig macht es in Okinawa einige Veränderungen durch. Die beiden Holzteile wurden der Armlänge des Verwenders angepasst, die Schnüre wurden verkürzt. Es gab achteckige, sechseckige und runde Hölzer. Im Gegensatz zu China wurden die Verbindungsstücke nicht aus Ketten gefertigt, sondern aus Schnur oder geflochtenem Rosshaar. Zu jeder Zeit war das Nunchaku die Lieblingswaffe der Bevölkerung da es handlich, leicht zu transportieren und im Einsatz sehr effektiv war.


1 - Kon: Stock 30- 60 cm
2 - Jokon Bu: Oberes Drittel
3 - Chukon Bu: Mittelstück
4 - Kikon Bu: Unteres Drittel
5 - Kontei: Obere Basis
6 - Konto: Untere Basis
7 - Ana: Befestigungsvorrichtung der Schnur
8 - Himo: Schnur 10 cm
9 - Yoko Ana: Seitlicher Ausgang der Schnur


Das Tonfa
Ursprünglich war das Tonfa nur eine Kurbel zum Antrieb einer Mühle und wurde in weiten Teilen Asiens als Arbeitsgerät eingesetzt. Wahrscheinlich stammte das Tonfa nicht aus Okinawa sondern wurde schon früher in China eingesetzt. Wann sich der Wandel vom Arbeitsgerät zur Waffe vollzogen hat, kann man heute leider nicht genau sagen, sicher ist aber auch hier dass diese Umwandlung in China stattfand und die Entwicklung auf Okinawa stark prägte.


1 - Mono Uchi: Stock 37 - 50 cm
2 - Sokumen: Unterseite
3 - Shomen: Oberseite
4 - Zen Atama: Vorderseite
5 - Ushiro Atama: Rückseite
6 - Tsuka: Griff 15 cm
7 - Tsuka Gashira: Oberseite des Griffes


Die Sai
Die ursprünglichen Sai, wie sie von den Kobudo Meistern auf Okinawa verwendet wurden, bestanden aus Eisen und hatten ein Gewicht zwischen 0,5 und 0,75 kg. Ihre Länge variierte zwischen 45 und 55 cm, was von der Armlänge des Benutzers abhing.
Sie bestanden aus einem Schaft, der entweder rund oder achteckig und an einem Ende zugespitzt war. Die Spitze war manchmal scharf, doch in den meisten Fällen stumpf.
Über den Ursprung der Sai gibt es viele Theorien. Diese widersprechen sich hauptsächlich darin, ob die Sai ursprünglich Bauerngeräte oder Waffen waren. Sai wurden als Waffen überall in Südostasien und in Japan verwendet. Auf Okinawa war dies, zumindest in dem Zeitraum, der uns geschichtlich bekannt ist, ebenfalls der Fall. Die heute im Kobudo geübten Sai Techniken sind ausschließlich okinawischen Ursprungs.


1 - Mono Uchi: Klinge
2 - Sakki: Klingenspitze
3 - Yoku: Gabel
4 - Tsume: Gabelspitze
5 - Moto: Zentrum des Sai
6 - Tsuka: Griff
7 - Tsuka Gashira: Griffende



Diese hier erläuterten traditionellen Waffen werden immer mehr auch in Showvorführungen und im XMA eingesetzt.


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