ASKÖ
Karate & Jiu-Jitsu
Engerwitzdorf / Treffling
 
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Geschichte


Die Kampfkunst ist eine der ältesten Künste der Menschheit. Sie wurde für den Krieg oder zur Selbstverteidigung gebraucht, aber schon in alter Zeit "sportlich" betrieben. In Japan und China reichen die Berichte bis in das mythologische Zeitalter zurück.

Jiu-Jitsu ist eine japanische Form der Selbstverteidigung, die sich in den Reihen der japanischen Kriegerkaste, den Samurais. entwickelte.
Seine Wurzeln liegen vermutlich jedoch in Indien, von wo sich die Urformen der Kunst, die damals natürlich vorrangig auf die Selbstverteidigung und die Kriegsführung ausgerichtet war, um 300 n. Chr. über Südostasien nach China gelangten. Dort kam es um 495 n. Chr. zur Gründung des berühmten Shaolin-Klosters, in dem die Selbstverteidigungskünste weiterentwickelt und verfeinert wurden.
Im 8. Jahrhundert entstanden in Japan eigenständige Kampfkünste, die sich bis in das elfte Jahrhundert hinein mit den chinesischen Formen vermischten. Die Samurai-Krieger lernten sich mit bloßen Händen gegen Angreifer zu verteidigen. Dabei wird der Gegner geschlagen, getreten, geworfen, gehebelt, gewürgt oder am Boden festgehalten. All diese Techniken wurden speziell für den Einsatz gegen stärkere Gegner bzw. Bewaffnete entwickelt und von den Samurais streng geheim gehalten.
Die ältesten Unterlagen stammen aus Talhoffers Fechtbuch aus dem Jahre 1443. Diese Unterlagen beinhalten vor allem Wurf- und Hebeltechniken zu Selbstverteidigungszwecken.

Als Mitte des 19. Jhdts. in Japan ein Modernisierungsprozess einsetzte und die Samurais damit auch ihre Funktion verloren, gerieten die Techniken des Jiu-Jitsu zunehmend in Vergessenheit.
Der deutsche Hofrat Dr. Erwin BÄLZ, welcher als Dozent der Medizin an der Universität in Tokio von 1876 bis 1902 beschäftigt war, sorgte für die Renaissance dieser Kampfsportart, indem er diese als Mittel gegen den schlechten körperlichen Zustand seiner Studenten einsetzte. Jigaro KANO, ein damaliger Student des Hofrates Dr. Erwin BÄLZ eröffnete 1882 eine eigene Kampfsportschule, in welcher er aber nicht das herkömmliche Ju Jutsu, sondern sein eigenes System, Judo - den "sanften Weg", lehrte. Aus verschieden Stilrichtungen entnahm Baron Jigaro KANO vorwiegend Würfe und Hebel, er prägte den Ausdruck "Ökonomier der Kräfte", und verbesserte sie. "JU", beziehungsweise "JIU" bedeutet das selbe, nämlich: milde oder Sanft.

In Europa findet offiziell 1932 die Trennung von Judo und Jiu-Jitsu statt. Die Selbstverteidigung aus Kanos System behielt den Namen Jiu-Jitsu ("Sanfte Kunst"), der wettkampfsportliche Teil bekam den Namen Judo ("Sanfter (milder) Weg").
Der erste Österreicher, der JJ erlernte, war möglicherweise Hans KÖCK, der zu Beginn des 20. Jhdts. in England ausgebildet wurde. Von ihm stammt die einzige authentische Übungsanleitung in deutscher Sprache dieser Zeit (Schreibweise YU-YITSU), welches aus dem Englischen übersetzt wurde. Um 1900 wurden bereits in Österreich, England und Amerika Polizeibeamte von Japanern im Jiu-Jitsu unterrichtet. Die erste kommerzielle JJ-Schule wurde 1919 von Franz SAGER; Künstlername "Willy Curly", gegründet. Der erste JJ-Club war bereits 7 Jahre vorher von Karl BAUER in Wien eröffnet worden.
Josef EBETSHUBER prägte die Entwicklung dieses Sports in Österreich entscheidend bis in die späten 80er-Jahre. Aus dem Jiu Jitsu entwickelten sich im Laufe der Zeit weitere Kampfkünste, durch besondere Betonung auf einzelne Aspekte des Gesamtsystems Jiu Jitsu, oder durch Mischung mit anderen Kampfkünsten:

- Judo ist ein wurflastiger Stil des Jiu Jitsu, der Anfang des 20. Jh. entstand. Dabei handelt es sich um ein Extrakt aus dem Jiu Jitsu, welches sich vornehmlich aus Wurf-, Würge-, Hebel- und Haltetechniken zusammensetzt. In Europa herrscht das Wettkampfjudo vor; im traditionellen Judo hingegen gibt es weiterhin Schlag-, Stoß-, und Tritttechniken, außerdem wird Wert auf eine Ausbildung im Kuatsu (Kunst der Wiederbelebung) gelegt.

- Beim Aikido stehen ausladende, runde Bewegungen und Hebeltechniken im Vordergrund. Aikido betont das Aufnehmen und Umkehren des Angriffs sehr stark.

- Einige Karatedo Ryu (jap. Stile) sind aus Einflüssen des Jiu Jitsu und Kung Fu entstanden und werden technisch durch Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfeger charakterisiert.

- Deutsches Ju Jutsu ist ein junges, aus traditionellem Jiu Jitsu und vielen anderen Einflüssen zusammengesetztes System, das in Deutschland entwickelt wurde.

- In Brasilien ist das Brasilianische Jiu Jitsu sehr verbreitet, das eine Version des Jiu Jitsu mit Fokus auf den Bodenkampf darstellt.


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